Persona 3 Portable war mein Einstieg in das Persona-Franchise und kaum hatte ich es 2023 durch, wurde auch schon das Remake angekündigt...
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Persona 3 ist praktisch für mich die Nummer 1 wenn es um dieses Franchise geht, auch wenn es in manchen Kategorien von seinen Nachfolgern überschattet wird. Persona 4 Golden hat vielleicht den sympathischeren Cast und Persona 5 Royal hat einen zugkräftigeren Plot, aber überall dort wo Persona 3 seinen Nachfolgern unterlegen ist, erreicht es für mich doch zumindest noch Platz 2. Mit einem so ausgewogenen Rating landet es daher für mich auf Platz 1, denn das Spiel hatte für meinen Geschmack die gameplaytechnisch beste Progression/Level-Grind-Mechanik - den Tartarus. Der Tartarus ließ erkennen, wo die Reise hin geht: an die Spitze des Turms. P5Rs U-Bahn-Metaversum wirkte auf mich wie eine noch einfallslosere Version des Tartarus in seiner Persona 3 Portable-Form. P4G mit seinen verschiedenen Dungeons bietet zwar scheinbar mehr Abwechslung, ist aber im Grunde auch nur ein Wechsel von "vertikaler" zur "horizontaler" Progression. Dafür boten die verschiedenen Dungeons in P4G aber auch visuell mehr Abwechslung, die mir in P5R aber wieder fehlte.
Ein P3 mit allen technischen Fortschritten von P5R zu erhalten war 2024 ein wahr gewordener Traum, mit nur einem Nachteil, ich kannte die Story ja schon. P3 kann nie mehr so überraschen, wie beim ersten Mal und bei einem Spiel, das sich mit dem Thema Tod beschäftigt ist das kein so großes Wunder. Insofern fehlte mir bei meinem Playthrough 2024 weitgehend der Überraschungseffekt, aber dafür gab es mehr vertonte Texte und später sogar einen Post-Game-DLC, der einst exklusiv für die P3 Fes Version gewesen ist. Schade, dass dieser nicht schon vorab mit einer Ultimate Edition gekauft gewerden konnte und auch erst nach Release separat angekündigt wurde. Das hat den Eindruck von P3R wohl etwas negativ getrübt. Ob sich der DLC lohnt ist auch so eine Frage, denn er ist eine stark abgespeckte und sehr kampfzentrierte Version des Hauptspiels (keine Slice of Life-Nebenmission oder Social Links, kein Schulalltag usw) mit Aigis als Hauptcharakter. Die Geschichte des DLC ist zweckmäßig und ein Abschied an den Cast des Hauptspiels, jedenfalls wenn man auf Spinoffs wie P4 Arena Ultimax verzichtet, das angeblich kanonisch sein soll und die Casts aus P3 und P4 zusammen bringt. Neben P3R habe ich 2024 auch Shin Megami Tensei V Vengeance gekauft und auf 100% gebracht, insofern war mir der Aigis-DLC bei seinem Erscheinen nicht ganz fremd, denn auch SMTVV ist relativ frei von Side-Content wie man ihn aus Persona kennt.
Mit dem ärgerlichen DLC-Thema aus dem Weg zurück zur eigentlichen Frage. Das Remake sieht fantastisch aus und es klingt mit den neuen Sprechern auch genauso gut wie das Original. Dass nun mehr vertont wurde als ursprünglich gefällt mir naturgemäß auch und hebt meiner Meinung nach den Wert. Insofern hat es sich wirklich gelohnt, vor allem wenn man das Spiel noch nicht kennen sollte, dann ist P3R die beste zur Verfügung stehende Version.
Was mir an P3R und erst recht dem Aigis-DLC allerdings ins Auge stach waren die Dungeons im Tartarus. Im Original konnte man aus der quasi-isometrischen Perspektive noch eher damit leben, wie einfallslos und austauschbar die diversen Stockwerke waren. In P3R erlebt man diese an KI-generierte Dungeons erinnernden Stockwerke nun in 3D und das ganze hin und her mit künstlichen Hindernissen im Weg und der häufigen Wiederholung der verwenden "Tapetten" hat den Remake des Taratarus dann doch zu einer lästigen Pflicht werden lassen, anstatt eines motivierenden Progress-Meters.
Vielleicht war 2024 einfach auch zu früh für mich und P3R, da die Erinnerungen an P3P, P4G und P5R noch zu frisch in meinem Gedächtnis waren und dann habe ich im Sommer auch noch für die 100% und alle Enden mehrere Playthroughs durch SMTVV gespielt. Da geht manches wohl auch etwas in der Masse unter.